Mit dem Wohnmobil auf die Kanarischen Inseln Teil 6

06. – Puerto de La Cruz bis Los Christianos –
In Puerto de la Cruz wären wir gerne noch länger geblieben, aber wir wollten und mussten weiter, denn es gibt ja noch viel zu sehen, auch auf den anderen Inseln, die noch auf uns warteten.
Als erstes sind wir nach La Laguna gefahren, wo wir wegen unserer Schmutzwäsche hofften, in einem Einkaufszentrum eine Lavanderia zu finden. Bei Al Campo (in Frankreich Auchan), wo es alle Arten von Geschäften bis hin zum Friseur gibt, suchten wir vergebens. Dafür entdeckten wir einen Lidl, der zwar mit Reklametafeln angekündigt, aber trotzdem schwer zu finden war. Daher gehört er aus meiner Sicht erwähnt.
GPS-Daten Lidl La Laguna: N 28°27.467‘ W 16°18.174‘ Nun steuerten wir den Nordwesten der Insel an, wo zunächst Taraconte mit seiner von Drachenbäumen umgebenen Kirche Santa Catalina lockte. Leider war die Kirche verschlossen.
Auf der Weiterfahrt hatten wir von der Steilküste aus immer wieder imposante Ausblicke Blick aufs Meer und die eindrucksvolle Brandung, und es fiel uns schwer, der Versuchung zu widerstehen, auf einer der schmalen Stichstraßen hinunter ans Meer zu fahren. Doch was sollten wir dort, einen geeigneten Stellplatz hätten wir dort wohl kaum gefunden. Und abgesehen davon hatten wir unser Ziel Punta del Hidalgo im Kopf, das wir heute noch erreichen wollten. Schließlich war der Tag schon recht weit fortgeschritten, worauf uns auch das sich meldende Hungergefühl aufmerksam machte.
Als wir auf Punta del Hidalgo zufuhren, sahen wir schon von weitem den eigenwillig gestalteten Leuchtturm. Vorbei am Leuchtturm rumpelten wir auf einer üblen Piste bis zur Punta el Guingo, wo wir gerne übernachtet hätten. Da deutsche Touris uns jedoch davor warnten, weil hier schon die Flut die Piste überschwemmte, verwarfen wir diese Idee.
Daher suchten wir nach dem Campingplatz im Ort, der nicht ausgeschildert war, von dem wir jedoch wussten, dass es ihn geben muss. Es handelt sich um den schön gelegenen und gut ausgestatteten Campingplatz La Laguna in Punta del Hidalgo, der im Sommer nur in der Zeit zwischen dem 30. Juli und 30. September geöffnet ist, im Winterhalbjahr nur an den Wochenenden. Zumindest war das laut Aushang in den Monaten Februar und März (wegen Karneval?) der Fall. Der Platz liegt rund 200 m von der Küste entfernt unweit des Leuchtturms von Punta del Hidalgo. Der Platz verfügt über 64 Parzellen für Campingfahrzeuge. Den Campingplatz erreicht man unter Telefon: 629 139 203. Weil der Platz für uns geschlossen blieb, mussten wir weiter suchen. Wir fanden einen leeren Parkplatz, der zum weit entfernten Restaurant La Caseta gehört, das an diesem Abend so gut wie nicht besucht war. Ohne deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben, stellten wir uns dort hin.
GPS Daten vom ÜPl Punta del Hidalgo: N 28°34.168’ W ° 16°19.856’
Morgens beglückte uns herrlicher Sonnenschein und ein wunderbarer Teideblick. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den trotz der Hotelanlagen ruhig und verträumt wirkenden Ort nahmen wir Abschied und rollten Richtung Osten.
Über die TF 13 und später über die TF 12 kurvten wir auf rund 1.000 m Höhe durch den Mercedes Wald und das Anagagebirge bis San Andrés. Unterwegs boten sich nicht nur an den Miradores, sondern auch vom Auto aus, fantastische Ausblicke. Leider konnten wir auf den schmalen Straßen nicht immer anhalten, so dass wir die schönsten Fotos wieder einmal nicht machen konnten.
Bei San Ándres erreichten wir wieder Meereshöhe und bei Las Teresitas Tourismus in Vollendung. Die Parkplätze waren voll ausgelastet, und die Imbissbuden hatten Hochbetrieb. Und das an einem Werktag. Wegen des Windes und der Wassertemperatur waren zwar nicht viele Menschen im Wasser, aber die Sonnenanbeter kamen trotzdem auf ihre Kosten. Wir verzichteten auf beides, aufs Wasser und auf die Sonne. Obwohl wir uns in weiser Voraussicht mit unserem WoMo für die Nacht etwas abseits vom Strand und den Parkplätzen stellten, bekamen wir ab 20 Uhr von einer „fahrbaren Disco“ die volle Dröhnung ab.
GPS Daten v ÜPl Las Teresitas: N 28°30.660‘ / W 16°10.912‘
Am frühen Morgen wurden wir gleich wieder durch Lärm geweckt. Die Müllabfuhr, eine Straßenkehrmaschine und ein Fahrzeug der Kanalreinigung verrichteten ihre wichtige Arbeit. Auch wir gingen unserer Arbeit nach. Am Strand entsorgten wir unsere Kassette in der Strandtoilette, und an einer der Strandduschen zapften wir Wasser. Dann machten wir uns auf die Reise nach Punta Abona, also Richtung Süden. Beim Faro Punta de Abona gab es unzählige Stellmöglichkeiten. Unser Übernachtungsplatz war ruhig und einsam, aber voll dem stürmischen Wind ausgesetzt. Aber das war immer noch besser als Discolärm.
GPS Daten ÜPl Punta de Abona: N 28°09.069‘ W 16°25.572‘
Noch immer fuhren wir unsere Schmutzwäsche spazieren. So blieb uns nicht anderes übrig, als die uns bekannte Lavanderia in Las Galletas aufzusuchen. Aber die war, als wir dort ankamen, zu unserem Leidwesen ausgerechnet heute erst ab 17.30 Uhr geöffnet. Um uns bis dahin die Zeit zu vertreiben, fuhren wir nach Los Christianos, wo wir im Hafen geparkt haben. Wir kramten unsere Klappräder hervor und fuhren die ca. 12 Kilometer lange Promenade von Los Christianos bis Las Americas ab, wo es nur so wimmelte von Touristen. Vorbei an Hotels, Restaurants und Souvenirläden trugen wir unserem Hunger Rechnung und kehrten ein. Dann wurde es so langsam Zeit, unsere Lavanderia in Las Galletas aufzusuchen und unsere Wäsche abzugeben. Die Bettwäsche wurde auf Sabines ausdrücklichen Wunsch sofort gewaschen, denn wir haben nur eine Garnitur Bettwäsche dabei. Wir konnten sie schon um 19.30 Uhr abholen und danach unsere Betten beziehen. Aus konkretem Anlass muss ich an dieser Stelle etwas nachtragen, was ich schon lange vorher hätte tun sollen. Doch so ist es halt, wenn man mit dem Schreiben der Berichte so weit wie ich hinterher hinkt. Ich hatte bisher nämlich nicht erwähnt, dass wir seit unserer Ankunft auf Teneriffa regelmäßig SMS mit Almut und Wolf austauschen (ich freue mich schon auf die Abrechnung der Telekom). Die Beiden sind seit ungefähr 14 Tagen mit ihrem Bimobil auf La Gomera, von wo aus sie begeistert berichtet haben, was das für ein WoMo-Paradies sei mit breiten Straßen, guten Übernachtungsplätzen und ohne Wasserprobleme, und das alles in grüner Naturlandschaft. Von dieser Begeisterung ließen wir uns anstecken, und wir haben die Insel zusätzlich in unser Programm aufgenommen, ohne zu wissen, wann wir übersetzen werden. Im Moment denken wir, dass es am Wochenende klappen könnte. Der konkrete Anlass, von dem ich schrieb, war eine SMS von Almut, in der sie fragte, ob wir ein Päckchen mitbringen könnten, das uns Bekannte von ihr an einem noch zu bestimmenden Ort und Tag übergeben würden. Das war natürlich machbar. So, nun sind wir wieder auf dem Laufenden. Heute vor sechs Monaten wurde mir ein neues Kniegelenk verpasst. Damals hätte ich nicht gedacht, nach so kurzer Zeit wieder mobil und vor allem hier unterwegs sein zu können. Eine Gedenkminute ist das schon wert. Wegen eines seit Tagen immer lauter werdenden Knackgeräusches beim Gas wegnehmen fuhren wir zu Peugeot in Las Chafiras. Der Chefmechaniker stellte nach einer Probefahrt die Richtige Diagnose, und nach zwei Stunden war für 123 EURO irgendein Ersatzteil ausgetauscht. Und das an einem Freitagnachmittag!! Da wir nun schon mal in Las Chafiras waren, erledigten wir beim Lidl den fälligen Einkauf, um danach weiter nach El Medano zu fahren, das seinem Ruf als gutes Surfrevier alle Ehre machte. Das bedeutete für uns, dass nicht nur ein heftiger Wind ums WoMo herum wehte, sondern auch viel Sand und Staub durch jede Ritze drang. Des einen Freud ist halt oft des anderen Leid. Da wir über Nacht nicht eingesandet werden wollten, suchten wir nach einem windgeschützten Platz. In einem still gelegten Bauvorhaben fanden wir was wir suchten.
GPS Daten vom ÜPl El Medano: N 28°03.150‘ W 16°31.489‘
Per SMS haben wir geregelt, dass uns das für Almut bestimmte Päckchen heute um 10.30 Uhr an der Ortseinfahrt von El Medano übergeben wird. Dort warteten wir, und da unser WoMo nicht übersehen werden kann, wurden wir vom Überbringer der Sendung problemlos erkannt. Und wie es der Zufall will, war mir Reimund M. vom Teneriffa-Forum her bekannt.
Dann war ein Besuch der Stadt Candelaria fällig, wo uns die die bronzenen Guanchenkönige an der Plaza de la Patrona de Canarias in ihren Bann zogen. Der Platz wird beherrscht von der Basilica de Nuestra Senora de la Candelaria. Zum wiederholten Mal haben wir vergebens den Camping Nautas gesucht. Der Platz befindet sich südlich von Las Chafiras und ist rund 2 km vom Strand entfernt, bis nach Las Galletas sind es zwei und bis nach Los Cristianos fünf Kilometer. Trotz dieser Beschreibung haben wir den Platz nicht sofort gefunden. Daher gebe ich zusätzlich zur Anschrift auch noch die GPS-Daten bekannt:
GPS Daten CPl Nauta: N 28°01.701‘ W 16°39.880‘
Camping Caravaning Nauta
Canada Blanca – Las Galletas
38632 Arona
Tel +34 922 78 51 18, Fax. +34 922 79 50 16
E-Mail: info@campingnauta.com, www.campingnauta.com
Auf dem ganzjährig geöffneten Platz kostet die Übernachtung pro Person 4,60 EURO, fürs WoMo werden 6,70 Euro fällig, und wer Strom braucht, wird mit 3,60 EURO zur Kasse gebeten. Nicht gerade billig, wenn man bedenkt, dass der Platz nicht am Meer, sondern mitten in Bananenplantagen liegt. Dafür kann er mit einem Blick auf den Teide sowie einem großen Swimmingpool aufwarten. Sogar Waschmaschinen und Trockner sind vorhanden, allerdings in einem ungepflegten Zustand. Wir haben auf dem Platz übrigens nicht übernachtet, wir haben ihn nur besichtigt. Unsere bisherige Suche nach einer Autowasch-anlage für hohe LKWs bzw. für unser WoMo mit einer Höhe von 3,30 m war bisher erfolglos. Bei El Freile (Las Galletas) entdeckten wir schließlich bei der Tankstelle Tienda Gas eine Waschstelle ohne Höhen-begrenzung. Mit starkem Druck und warmem Wasser konnten wir endlich unser WoMo von Sand und Schmutz befreien. Weil ich das für einen besonderen Glücksfall halte, gebe ich auch davon die GPS-Daten bekannt:
GPS Daten einer Autowaschanlage in El Freile: N 28°00.723‘ W 16°39.748‘
Nun ging es weiter nach Palm Mar, wo wir schon einmal übernachtet haben. Von dem ruhigen, in einer Sackgasse an der Strandpromenade gelegenen Platz konnten wir die vom Hafen in Los Christianos nach La Gomera auslaufende Fähre sehen.
GPS Daten vom ÜPl Palm Mar: N 28°01.399‘ W 16°42.306‘
Wir verbrachten eine ruhige Nacht. Nach dem Frühstück spazierten wir durch den Ort und suchten nach einem Internetzugang. Bei einem Italiener konnte man für den Einwurf eines EURO im Internet surfen. Einen USB-Stick konnte man aber nicht anschließen. Und T-Online hat auch nicht funktioniert, weshalb wir gefrustet zum WoMo zurück gekehrt sind. Palm Mar ist ein angenehmer Ort, ruhig und nicht überlaufen.
Als erstes fuhren wir heute nach Guargacho bei Las Galletas, wo wir bei einem deutschen Bäcker in der Calle Pizarro Brot und Apfelstrudel gekauft haben. Auch beim Lidl schauten wir noch vorbei. Die Calle Pizarro ist schmal, und vor dem Bäckereiladen kann man nicht parken, jedenfalls nicht mit einem WoMo. Daher sollte man an der Durchgangsstraße (TF 652) das Fahrzeug abstellen und die kurze Entfernung zu Fuß zurück legen.
GPS Daten der Abzweigung zu Seppl‘s Backstube Calle Pizarro:
N 28°02.085‘ W 16°38.163‘
Neben dem Bäcker gibt es noch einen deutschen Metzger mit hervorragendem Leberkäs. Anschließend fuhren wir nach Los Christianos in den Hafen. Für 129 EURO lösten wir ein Ticket für die Hin- und die Rückfahrt nach San Sebastian de la Gomera, die Rückfahrt mit open date. Unser Schiff, die (oder der?) Volcan de Taburiente, wartete bereits. Die Passagiere mit und ohne Bart auch. Um 14 Uhr legte es ab. Von Bord aus konnten wir Teneriffa mal aus anderer Perspektive betrachten.
Sogar der Teide war zu sehen, und er blieb uns treu bis nach La Gomera. Obwohl sich der Kreis nun geschlossen hat, ist Teneriffa für uns noch nicht abgehakt. Nach der Rückkehr von La Gomera wollen wir noch einmal hoch zum Teide und darüber hinaus noch etwas mehr von La Laguna und Santa Cruz sehen. Auf die Insel La Gomera sind wir sehr gespannt. Ob die Insel uns ebenso begeistert wie Almut und Wolf lesen Sie im nächsten Bericht.

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